124 Rückmeldungen zeigen: Nachträglich angebrachte Folien gehören für viele Fachleute zum Berufsalltag. Zugleich wünschen sich die Befragten deutlichere Hinweise auf mögliche Risiken. Der Bundesverband Flachglas wertet die Ergebnisse nun weiter aus und prüft eine Überarbeitung seiner BF-Information.
Warum haben wir gefragt? Fragen zu nachträglich angebrachten Folien auf Isolierglas erreichen die BF-Geschäftsstelle und Mitgliedsunternehmen regelmäßig – mitunter erst, wenn eine Scheibe bereits gebrochen ist. Seit 2016 gibt es dazu die BF-Information 006-2016 „Nachträglich angebrachte Folien“. Mit der Umfrage wollten wir erfahren, welche Erfahrungen die Branche in der Praxis macht und wie bekannt die Information ist.
Breite Beteiligung aus der Branche
Insgesamt gingen 124 Rückmeldungen ein; 112 Fragebögen wurden vollständig beendet. Beteiligt haben sich Fachleute aus der Glasherstellung und -verarbeitung, dem Fenster- und Fassadenbau sowie Folienanbieter, Sachverständige und Planende. 68 Prozent der Befragten verfügen über mehr als 20 Jahre Branchenerfahrung.
Folien sind für viele ein Thema im Berufsalltag
Rund 80 Prozent der Befragten haben in ihrer beruflichen Praxis mit nachträglich angebrachten Folien zu tun. 43 Prozent bringen solche Folien selbst auf oder veranlassen die Applikation.
Auch Schadenfälle sind vielen bekannt: 57 Prozent kennen thermisch bedingte Glasbrüche im Zusammenhang mit nachträglich angebrachten Sonnenschutzfolien. Ob eine Folie im einzelnen Schadenfall tatsächlich die Ursache eines Glasbruchs war, lässt sich allerdings nicht immer eindeutig feststellen.

Das Risiko wird ernst genommen: 42 Prozent bewerten das Risiko thermischer Glasbrüche durch nachträglich angebrachte Sonnenschutzfolien als hoch oder sehr hoch, weitere 29 Prozent als mittel.
BF-Information erreicht noch nicht alle
Die BF-Information 006-2016 „Nachträglich angebrachte Folien“ ist 44 Prozent der Befragten nicht bekannt. Gleichzeitig wünschen sich 84 Prozent deutlichere Hinweise auf mögliche Risiken.

Für uns ist das ein klarer Auftrag, die vorhandenen Fachinformationen besser zugänglich zu machen und zu prüfen, wo sie ergänzt werden sollten.
So geht es weiter
Wir werten die Umfrage einschließlich der Freitextantworten weiter aus. Außerdem prüfen wir eine Aktualisierung und Erweiterung der BF-Information 006-2016. Zu offenen fachlichen Fragen – insbesondere bei Dreifachverglasungen und teilflächigen Applikationen – suchen wir den Austausch mit Folienherstellern, Sachverständigen und Forschungseinrichtungen.
Ein Fachartikel zu den Ergebnissen ist in Vorbereitung. Auch ein Webinar zum thermischen Glasbruch wird erwogen. Über die Priorisierung der weiteren Schritte entscheiden die zuständigen Gremien.
Weiterführende Informationen
- BF-Information 006-2016 „Nachträglich angebrachte Folien“ herunterladen
- BF-FKG-Merkblatt 01/2025 „Thermisch induzierte Spannungen bei Vertikalverglasungen“ herunterladen
Zur Einordnung: Die Teilnahme war freiwillig und anonym. Die Ergebnisse sind statistisch nicht repräsentativ; je nach Frage liegen 111 bis 124 Antworten vor.
Für Rückfragen und fachliche Hinweise steht Steffen Schäfer aus dem Bereich Normung und Technik des Bundesverbandes Flachglas zur Verfügung.






