Thomas Pinnekamp

6 Fragen an den Vorstand

Um Ihnen die Persönlichkeiten hinter dem Verband näherzubringen, haben wir das Format „6 Fragen an den Vorstand“ ins Leben gerufen. Dieses Mal stellen wir Ihnen Thomas Pinnekamp vor. Der 41-Jährige ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt mit seiner Familie im schönen Münsterland.  Seit 2013 ist er tätig bei der Firma Teutemacher Glas GmbH als Geschäftsführender Gesellschafter. Darüber hinaus engagiert er sich im Vorstand des Bundesverbands Flachglas als Sprecher der Nachwuchsführungskräfte.

Lieber Herr Pinnekamp.

Was ist Ihr Ziel? Was treibt Sie an?

Als Familienunternehmer in vierter Generation wollte ich schon während der Schulzeit in die Fußstapfen meines Vaters treten. Ich habe daher schon als Schüler und später während des Studiums im Unternehmen in unterschiedlichen Bereichen wie Fertigung und Montage aber auch kaufmännisch in kleinen Projekten mitgearbeitet. Mein langfristiges Ziel ist es, unser Unternehmen über die Jahre strategisch stabil für die nächste Generation aufzustellen. Gerade in den letzten Jahren wird es durch immer mehr Bürokratie für den sonst als so wichtig beworbenen deutschen Mittelstand im Wettbewerb immer schwieriger.
Natürlich können meine Kinder später frei wählen, ob sie einmal selbst im Unternehmen arbeiten wollen, aber der Fortbestand des Unternehmens, möglichst innerhalb der Familie, ist mein größtes Ziel und gleichzeitig auch immer wieder Motivation für meine tägliche Arbeit. Dabei zählen nicht nur die Positionierung des eigenen Unternehmens am Markt, sondern auch die Rahmenbedingungen innerhalb der Branche und für familiengeführte Unternehmen allgemein.

Was sind Ihre größten Stärken und Ihre größten Schwächen?

Eine meiner größten Stärken ist sicherlich meine strategische und unternehmerische Denkweise, ohne das operative Geschäft aus den Augen zu verlieren. Diese Stärke hilft mir in meinem Unternehmen, aber auch in der Verbandsarbeit. Auch bei schwierigeren Entscheidungen bin ich nach sorgfältiger Abwägung der Entscheidungsalternativen entscheidungsfreudig.
Eine Schwäche, an der ich aktuell arbeite, ist mein Hang zur Detailverliebtheit. Hier muss ich noch stärker lernen zu delegieren und meinen Fokus auf das Wesentliche zu richten.

 Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Themen für die Flachglasbranche? Jetzt und in Zukunft?

In meiner strategischen Arbeit beschäftigen mich aktuell zwei wesentliche Themen. Zum einen ist dies die digitale Transformation, sowohl in der Produktion als auch in der Verwaltung, und die Fachkräftesicherung.
Im Markt kommen immer stärker Fragen der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit unserer Bauprodukte, aber auch der gesamten Baubranche auf. Diese Fragestellungen werden also immer mehr auch zu einem branchenübergreifenden Thema.
Diesen Herausforderungen müssen wir uns als Flachglasbranche stellen, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Dabei ist es immer wichtig Themen zu lösen, aber gleichzeitig Kosten für Bürokratie etc. zu senken. Bauen muss in Deutschland wieder bezahlbarer werden. 

Was haben Sie im letzten Jahr gelernt, was Sie heute oder zukünftig im Bundesverband Flachglas umsetzen möchten?

Ich habe in den letzten Jahren (vor allem auch zur Corona-Zeit) gelernt, wie wertvoll der intensive Austausch unter den Mitgliedern sein kann und wie wichtig funktionierende Netzwerke sind. Deshalb engagiere ich mich auch als Sprecher für die Nachwuchsführungskräfte. Dieses Wissen möchte ich auch weiterhin nutzen, um den Dialog im Verband noch aktiver zu gestalten und Synergien zu fördern. Ein weiterer wichtiger Lernmoment war für mich, wie stark regulatorische Entwicklungen unsere Branche, aber auch Unternehmen allgemein beeinflussen. Ich möchte mich im Verband künftig noch stärker für eine proaktive Positionierung gegenüber politischen Entscheidungsträgern einsetzen und dort gerade die Position von familiengeführten Unternehmen des Mittelstands vertreten.

Warum sind Sie im Vorstand beim Bundesverband Flachglas? Was ist Ihre Motivation?

Ich engagiere mich im Vorstand, weil ich überzeugt bin, dass wir als Branche nur gemeinsam zukunftsfähig bleiben. Dabei möchte ich vor allem die Perspektive der familiengeführten Mittelständler vertreten und mein Know-how aus diesem Bereich in die Verbandsarbeit einbringen. Ich habe Spaß daran Verantwortung zu übernehmen, nicht nur für mein eigenes Unternehmen, sondern für die gesamte Branche. Dafür bietet der Verband als Interessenvertretung der gesamten Flachglasbranche eine geeignete Plattform.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Sowohl beruflich als auch privat.

Beruflich wünsche ich mir, dass ich unser Familienunternehmen weiterhin erfolgreich und wertebasiert in die nächste Generation führen kann. Ertragsorientiertes Wachstum bleibt dabei eine wichtige Leitlinie. Nur so können wir uns den Herausforderungen des Marktes stellen und regelmäßig ins Unternehmen investieren.
Privat ist mein größter Wunsch Gesundheit und Zeit mit der Familie und Freunden zu haben. Beides ist als Unterstützung und Ausgleich unglaublich wichtig für jedes unternehmerische Handeln.

Lieber Herr Pinnekamp, vielen Dank für das Interview.

Thomas Pinnekamp