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Verbraucherinformation

Wärmedämmglas: Mit neuen Glasscheiben Energie und Geld sparen

25. September 2020

 

Troisdorf. Wenn es um Wärmedämmung geht, haben Fenster und Fenstergläser mit das größte Einsparpotential eines Hauses – neben Fassade und Dach geht hier die meiste Wärmeenergie verloren. Mit dem Austausch älterer Modelle lässt sich deshalb eine Menge Energie und so viel Geld sparen. Jochen Grönegräs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Flachglas e.V. (BF), erklärt, worauf es bei Isolierglas- beziehungsweise Wärmedämmglas-Fenstern ankommt. 

 

Die Zahlen sind beeindruckend: Noch immer gibt es in Deutschland rund 266 Millionen Fenstereinheiten ohne Wärmedämmglas, die bis 1995 üblicherweise verbaut wurden und aus heutiger Sicht wahre Energieverschwender sind. Würde man alle diese Fenster austauschen und durch moderne Isolierglasfenster ersetzen, könnte man rund 14,1 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Ein immenser Klimaschutzbeitrag. Was aber macht diese modernen Isoliergläser so effizient?

 

Auf das Dazwischen kommt es an 

Ältere Fenstereinheiten haben entweder nur eine Einfachscheibe oder ein Zweischeibenisolierglas, das von einem einfachen Rahmen getragen wird und die Wärme nicht dauerhaft im Innenraum halten kann. Die Folge ist ein massiver Energieverlust – man heizt schlicht die Straße mit. „Gegen diesen irrwitzigen Energieverlust bringt man eine hauchdünne Beschichtung aus Edelmetall auf das Glas auf, welche die langwellige Wärmestrahlung reflektiert. „Durch diese hochdünne metallene Beschichtung kann die Emissivität, also die Wärmeabstrahlung, um über 90 Prozent gesenkt werden“, erklärt Grönegräs. In der Regel wird dafür Silber verwendet, das trotz seiner geringeren Wärmedurchlässigkeit viel sichtbares Licht und Infrarotstrahlung in den Innenraum hindurch lässt. Das allein sorgt aber noch nicht dafür, dass aus den früheren Energielöchern effiziente Fenstergläser mit hohem Einsparpotential geworden sind. „Zusätzlich füllen wir in den Scheibenzwischenraum Edelgas, meist Argon oder Krypton. Diese Edelgase weisen eine viel niedrigere Wärmeleitfähigkeit auf als einfache möglichst trockene Luft, die sich früher zwischen den Glasscheiben befand“, so der BF-Geschäftsführer. Heute sind Dreifach-Isoliergläser mittlerweile Standard.

 

 

Warum drei Gläser?
Schön und gut, könnte man sagen, aber warum sind zwei beschichte Scheiben nicht ausreichend? Der Grund ist: Wenn der Abstand zwischen den Einzelscheiben zu groß wird, besteht die Gefahr, dass das Gas im Zwischenraum zirkuliert, wodurch wiederum Wärme übertragen werden kann. Durch eine dritte Glasscheibe wird der Scheibenzwischenraum geteilt und die Zirkulation unterbrochen. Die zwei getrennten dünneren Gasschichten wirken wie eine Gasschicht in der aufsummierten Dicke – dementsprechend höher ist die Wärmedämmung. „Das Resultat ist eine moderne Wärmedämmverglasung, die nicht nur Energie und bares Geld spart, sondern durch ihre Wärmedämmeigenschaften auch noch einen Beitrag zum Klimaschutz leistet“, fasst Grönegräs abschließend zusammen. BF/FS

Die Branche in Kürze: Zum Bundesverband Flachglas (BF) gehören die Hersteller und Händler von Glasprodukten für Bauanwendungen. Aktuell sind das mehr als 100 Mitgliedsunternehmen mit über 200 Betriebsstätten. Sie repräsentieren mehr als 90 Prozent der deutschen Produktion. Die rund 26.000 Mitarbeiter der Branche produzierten im vergangenen Jahr Flachglasprodukte mit einem Wert von ca. 2,6 Milliarden Euro. Diese Werte addieren sich aus den Produkten der Floatglas- und Gussglas-Hersteller, der Glasbeschichter, der Unternehmen, die sich auf die Herstellung von Einscheibensicherheits- und Verbundsicherheitsglas spezialisiert haben, sowie der Produzenten von Isolierglas. Ca. 50 Fördermitglieder aus dem Zulieferer-Bereich runden das Verbands-Portfolio ab.

 

Weitere Infos zu Glas unter www.glas-ist-gut.de