• DE
  • EN
Sie sind hier: Der BF | Pressemitteilungen | Presse 2018 | 

Berufe mit Glas:

Vom Flachglastechnologen bis zum

Wirtschaftsingenieur der Glastechnik

 

Troisdorf. Glas an sich ist bereits ein spannendes Material. Noch viel aufregender ist allerdings eine Ausbildung im Glasbereich: Vom Flachglastechnologen über den Verfahrensmechaniker Glastechnik bis hin zum Wirtschaftsingenieur Glastechnik reicht die Bandbreite – inklusive guter Karrierechancen im jeweiligen Beruf. Es winken Top-Jobs in einer echten Zukunftsbranche: der Flachglasindustrie.

 

Kaum ein Berufsbild wurde so tiefgreifend modernisiert und den Bedürfnissen und Anforderungen in den Betrieben angepasst, wie das des Flachglasmechanikers. Aus ihm wurde mit dem „Flachglastechnologen“ ein zukunftsweisender Beruf, der die technologische Entwicklung bezüglich Automatisierung, Vernetzung und Digitalisierung des innerbetrieblichen Material- und Warenflusses viel stärker berücksichtigt.

 

Das macht der Flachglastechnologe

Der Flachglastechnologe stellt Glasplatten für die unterschiedlichsten Einsatzzwecke her. Diese werden zum Beispiel für Möbel benötigt, aber auch für Türen, für Spiegel oder ganz klassisch für den Fenster- und Türenbau sowie für die Fahrzeugindustrie. „Zu den Aufgaben des Flachglastechnologen zählt der Zuschnitt inklusive des Schleifens und Polierens der Glaskanten sowie die Herstellung des fertigen Produkts mittels der Steuerung moderner Produktionsmaschinen“, erklärt der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Flachglas (BF), Jochen Grönegräs. Die Qualitätskontrolle und die Instandhaltung der komplexen Maschinen runden diesen interessanten Beruf ab. „Neben technischem Verständnis, einer umsichtigen Vorgehensweise und großer Sorgfalt sollte Mathematik kein Buch mit sieben Siegeln sein und zwei linke Hände sind hier ebenfalls fehl am Platze“, so Grönegräs. Der anerkannte Ausbildungsberuf wird in der Regel innerhalb von drei Jahren im Rahmen einer dualen Ausbildung in der Industrie erlernt, das heißt im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Eine bestimmte Schulbildung ist nicht vorgeschrieben, mindestens ein Hauptschulabschluss ist aber von Vorteil.

 

Eine Alternative: Verfahrensmechaniker Glastechnik

Etwas andere Schwerpunkte setzt der ebenfalls spannende Ausbildungsberuf als „Verfahrensmechaniker Glastechnik“ in der Flachglasindustrie. Hier erlernt man die Bedienung von Anlagen zum Glas schneiden sowie für die Formung, für die Veredelung und für die Bedruckung von Glas. Dazu gehören auch der Umgang mit Computerprogrammen, die mit den für die Glasbearbeitung notwendigen Daten versorgt werden müssen und die Qualitätskontrolle. „Diese Ausbildung dauert ebenfalls in der Regel drei Jahre, findet auf dualem Wege im Betrieb und in der Berufsschule statt und setzt handwerkliches Geschick, eine gute Beobachtungsgabe, Teamfähigkeit und Sorgfalt voraus. Außerdem sollte ein Interesse für Mathematik, Physik und Chemie sowie für technische Anlagen bestehen“, erklärt der BF-Hauptgeschäftsführer. Auch hier ist mindestens ein Hauptschulabschluss von Vorteil.

 

Last but not least: Wirtschaftsingenieur Glastechnik

Als dualer Studiengang angelegt, bietet die Ausbildung zum Wirtschaftsingenieur Glastechnik perfekte Aufstiegschancen für diejenigen, die nach der normalen Ausbildung noch weitermachen wollen. „Der Bachelor-Studiengang mit der Fachrichtung Glastechnik soll die Studierenden im Werk und an der Fachhochschule auf eine spätere Tätigkeit in der Glasindustrie vorbereiten, und zwar mit der Orientierung auf die Optimierung von Fertigungsanlagen sowie der Produktionssteuerung und
-überwachung“, so Grönegräs. Dazu komme die eigenständige Durchführung von Projekten, die Konzeption und Entwicklung von kundenspezifischen Produktanforderungen, der technische Einkauf und die Materialwirtschaft. „Das Studium dauert sechs Semester, danach steht einer Laufbahn als Nachwuchsführungskraft in der Flachglasindustrie nichts mehr im Wege“, so Grönegräs abschließend zu den zahlreichen Ausbildungsmöglichkeiten in einer hoch spannenden Branche. BF/DS

 

 

Übrigens: Es gibt neben den genannten Beispielen noch viele weitere Ausbildungsmöglichkeiten (als Beispiel sei hier der Glasveredler genannt, ein Profi in Sachen Kanten- und Flächenveredelung) und tolle Aufstiegschancen in der Flachglasbranche. Quellen für die Recherche nach dem Traumberuf sind zum Beispiel die Berufsberatung der Arbeitsagentur, die Lehrstellenbörsen der Industrie- und Handelskammern und der Handwerkskammern, Zeitungen, Ausbildungsmessen oder die Webseiten von Firmen. Auch eine allgemeine Stichwortsuche im Internet kann weiterhelfen.

Die Branche in Kürze: Zum Bundesverband Flachglas (BF) gehören die Hersteller und Händler von Glasprodukten für Bauanwendungen. Aktuell sind das mehr als 100 Mitgliedsunternehmen mit über 200 Betriebsstätten. Sie repräsentieren mehr als 90 Prozent der deutschen Produktion. Die rund 26.000 Mitarbeiter der Branche produzierten im vergangenen Jahr Flachglasprodukte mit einem Wert von ca. 2,6 Milliarden Euro. Diese Werte addieren sich aus den Produkten der Floatglas- und Gussglas-Hersteller, der Glasbeschichter, der Unternehmen, die sich auf die Herstellung von Einscheibensicherheits- und Verbundsicherheitsglas spezialisiert haben, sowie der Produzenten von Isolierglas. Ca. 50 Fördermitglieder aus dem Zulieferer-Bereich runden das Verbands-Portfolio ab.

 

Bild:Ausbildung in der Flachglasindustrie. Foto: Glasfachschule Zwiesel/Gunther Fruth

 

Weitere Infos zu Glas unter www.glas-ist-gut.de

 

Text Download

 

 

 

 

14. August 2018