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Zur Lage der Glasbranche: Nach leichten Rückgängen im vergangenen Jahr Plus in 2016 erwartet

BF: „Deutscher Markt wächst schneller als Importbereich“

 

Troisdorf. Laut einer im Auftrag des Bundesverbandes Flachglas (BF) frisch aktualisierten Studie der Bonner B+L Marktdaten GmbH ging der Umsatz der Flachglasbranche mit circa 2,51 Milliarden Euro im Jahr 2015 gegenüber 2014 (2,54 Milliarden Euro) leicht um 1,3 Prozent zurück. Für 2016 rechnet die Branche mit einer Steigerung des Umsatzes auf rund 2,53 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von einem Prozent entspricht. „Ein wesentlicher Grund für diese insgesamt stabile Entwicklung ist die florierende Baukonjunktur“, so der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Flachglas (BF), Jochen Grönegräs. Leicht rückläufig entwickelten sich die Mitarbeiterzahlen: Waren 2014 noch 26.727 Mitarbeiter in der Flachglasbranche beschäftigt, so ging dieser Wert 2015 auf 26.516 zurück. Das entspricht einem Rückgang von rund 0,8 Prozent. „Für 2016 rechnen wir mit einem weiteren leichten Minus von rund 0,2 Prozent“, so Grönegräs.

 

Die von den Unternehmen der Flachglasbranche hergestellten Produkte entwickelten sich etwas uneinheitlich. So ging der Absatz des Basisproduktes Floatglas, aus dem die anwendungsfertigen Glaserzeugnisse durch weitere Verarbeitungsschritte gefertigt werden, von rund 133,8 Millionen Quadratmetern in 2014 auf rund 133,1 Millionen Quadratmeter in 2015 zurück. Das entspricht einem Minus von rund 0,5 Prozent. Für 2016 wird hier allerdings wieder mit einer Steigerung auf rund 135,1 Millionen Quadratmeter gerechnet, ein leichter Zuwachs von rund 1,5 Prozent. Der Umsatz von Floatglas legte von 601 Millionen Euro in 2014 auf rund 605 Millionen Euro in 2015 zu, eine Steigerung von rund 0,7 Prozent. Bei Gussglas ging der Absatz von rund 8,7 Millionen Quadratmetern in 2014 um 4,8 Prozent auf rund 8,3 Millionen Quadratmeter in 2015 zurück. Der Umsatz lag 2015 bei rund 64 Millionen Euro (2015 zu 2014: Minus 4,5 Prozent).

 

Leicht bessere Aussichten bei beschichtetem Glas

Der Absatz von beschichtetem Glas, wie es in den heutigen hochwertigen Isoliergläsern zum Einsatz kommt, sank von rund 42,5 Millionen Quadratmetern in 2014 auf rund 42,1 Millionen Quadratmeter in 2015. Das entspricht einem Rückgang von rund 0,8 Prozent. Für 2016 wird wieder mit einer leichten Steigerung von geschätzt 1,6 Prozent auf rund 42,8 Millionen Quadratmeter gerechnet. Die Produktion blieb annähernd konstant: Rund 46,7 Millionen Quadratmeter waren es 2014 und rund 46,7 Millionen Quadratmeter waren es auch im vergangenen Jahr. Beim Umsatz konnte beschichtetes Glas von 283 Millionen Euro in 2014 auf rund 291 Millionen Euro in 2015 zulegen, eine Steigerung von rund 2,8 Prozent. „Ein Impuls für die Mengenentwicklung bei beschichtetem Glas wäre es, wenn der Anteil der Dreifachgläser am Isolierglas weiter steil steigen würde“, stellt Grönegräs fest. Dieser hat sich von 2014 auf 2015 aber nur noch von 57,2 auf 58,8 Prozent gesteigert. Gut 15,4 Prozent des beschichteten Glases waren 2015 als Sonnenschutzglas ausgeführt. Der Rest sind überwiegend Beschichtungen, die die Wärmedämmung von Isolierglas verbessern helfen. Andere Beschichtungen, darunter auch solche zur Selbstreinigung, machten lediglich 2,9 Prozent aus.

 

Sicherheitsglasarten entwickeln sich unterschiedlich

Leichte Rückgänge musste im vergangenen Jahr der Bereich Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) verkraften. Hier sanken die Absätze von rund 18 Millionen Quadratmetern in 2014 um rund 1,1 Prozent auf ca. 17,8 Millionen Quadratmeter in 2015. „In Fassaden wird zunehmend VSG eingesetzt. Für 2016 erwarten wir allerdings auch beim ESG eine leichte Erholung von gut 2,8 Prozent beziehungsweise eine Absatzsteigerung auf rund 18,3 Millionen Quadratmeter“, so Grönegräs. Die Produktion von ESG sank von rund 15,8 Millionen Quadratmetern in 2014 auf rund 15,4 Millionen Quadratmeter in 2015. Das entspricht einem Rückgang von 2,4 Prozent. Dabei stiegen die Umsätze leicht von rund 209 Millionen Euro in 2014 um 0,1 Prozent auf rund 210 Millionen Euro in 2015. Verbund-Sicherheitsglas (VSG) entwickelt sich dagegen insgesamt sehr positiv. Der Absatz stieg von rund 14,7 Millionen Quadratmetern in 2014 um rund 5,4 Prozent auf rund 15,5 Millionen Quadratmeter in 2015. Die Prognose für 2016: Plus 5,5 Prozent auf rund 16,3 Millionen Quadratmeter. Die Produktion von VSG stieg um gut 2,1 Prozent von rund 16,5 Millionen Quadratmetern in 2014 auf rund 16,8 Millionen Quadratmeter in 2015 an. Der positiven Mengenentwicklung stehen entsprechende Zuwächse beim Umsatz gegenüber: Sie steigen von 204 Millionen Euro in 2014 auf rund 213 Millionen Euro in 2015, ein Plus von 4,1 Prozent. „Angeheizt wird die Entwicklung besonders beim VSG vom angesichts steigender Einbruchszahlen zunehmenden Bedarf an Einbruch- und Bruchsicherung in Fenster und Fassade“, erklärt Grönegräs. ESG werde in 2016 dagegen vom Türenabsatz sowie von einem steigenden Investitionsvolumen im Sanierungsmarkt profitieren, mit positiven Auswirkungen auf die Märkte zum Beispiel für Duschkabinen sowie den Trend zu Glasanwendungen im Innenausbau und in Möbeln inklusive Küchen.

 

Isolierglas stagniert auf hohem Niveau

Immer noch gut im Rennen liegt das Isolierglas. 2014 konnten 26,7 Millionen Quadratmeter abgesetzt werden, 2015 waren es rund 26,2 Millionen Quadratmeter – ein leichter Rückgang von rund 1,7 Prozent. Für 2016 wird in diesem Bereich mit einer Zunahme von rund 0,6 Prozent auf rund 26,4 Millionen Quadratmeter gerechnet. „In den letzten beiden Jahren ging der Isolierglasabsatz in Deutschland jeweils zurück, obwohl der Fenstermarkt wuchs. Für 2016 rechnen wir damit, dass aufgrund des Marktwachstums der Isolierglasabsatz wieder leicht steigt. Gleichwohl hält der Importdruck natürlich unvermindert an und bereitet vielen deutschen Herstellern mit Blick auf die Zukunft erhebliche Sorgen“, bekräftigt Grönegräs. Auf der Produktionsseite gab es einen leichten Rückgang von 1,4 Prozent von rund 29,7 Millionen Quadratmetern in 2014 auf rund 29,3 Millionen Quadratmeter im Jahr 2015. Für das kommende Jahr wird auch hier  wieder mit einem Plus gerechnet, in Höhe von rund 0,7 Prozent. Mit „Warmer Kante“, dem hochwertigen Randverbund zur Verbesserung der Wärmedämmung, waren 2015 62,2 Prozent der verkauften Isoliergläser ausgerüstet.

 

Im- und Exporte steigen überwiegend

Für die Bereiche Beschichtetes Glas, ESG, VSG und Isolierglas stellt sich die Import-/Export-Situation 2014 zu 2015 wie folgt dar: Beide Bereiche steigen überwiegend. Der Export von beschichtetem Glas stieg um 5,3 Prozent, bei ESG schlagen plus 4,3 Prozent zu Buche, VSG wurde 3,3 Prozent weniger ausgeführt und bei Isolierglas stiegen die Exporte von 2014 auf 2015 um rund 1,3 Prozent. Mehr importiert wurden ESG (+5,5 Prozent), VSG (+3,5 Prozent) und Isolierglas (+6,4 Prozent). Weniger importiert wurde beschichtetes Glas (-2,8 Prozent). BF/DS

 

Die Branche in Kürze: Zum Bundesverband Flachglas (BF) gehören die Hersteller und Händler von Glasprodukten für Bauanwendungen. Aktuell sind das mehr als 100 Mitgliedsunternehmen mit über 200 Betriebsstätten. Sie repräsentieren mehr als 90 Prozent der deutschen Produktion. Die rund 26.516 Mitarbeiter der Branche produzierten im vergangenen Jahr Flachglasprodukte mit einem Wert von ca. 2,5 Milliarden Euro. Diese Werte addieren sich aus den Produkten der Floatglas- und Gussglas-Hersteller, der Glasbeschichter, der Unternehmen, die sich auf die Herstellung von Einscheibensicherheits- und Verbundsicherheitsglas spezialisiert haben, sowie der Produzenten von Isolierglas. Ca. 50 Fördermitglieder aus dem Zulieferer-Bereich runden das Verbands-Portfolio ab.

 

 Mehr Informationen zum Thema Glas gibt es im Internet unter www.glas-ist-gut.de

 

Studie: Die Studie „Flachglasmarkt Deutschland“ der B+L Marktdaten GmbH gibt es direkt beim Bundesverband Flachglas. Für Mitglieder des BF ist sie kostenlos erhältlich, Nichtmitglieder können sie zu einem Preis von 250 Euro erwerben.

 

Grafik: Ergebnisübersicht 2014-2015 mit Umsatz der Einzelbereiche sowie Prognose 2016. Quelle: B+L Marktdaten GmbH/BF

 

[Downloads: Text, Bild]

 

 

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