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Zur Lage der Glasbranche: Die Zeichen stehen auf moderates Wachstum

Troisdorf. Laut aktuellen Erhebungen des Bundesverbandes Flachglas (BF) blieb der Umsatz der Flachglasbranche mit circa 2,74 Milliarden Euro im Jahr 2013 gegenüber 2012 mehr oder weniger konstant (minus 0,6 Prozent), bei steigenden Mengen. Für 2014 rechnet die Branche mit einer Steigerung des Umsatzes auf rund 2,82 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 3,6 Prozent entspricht. „Gründe für diese positive Entwicklung sind unter anderem die gute Baukonjunktur und der Hoffnungsträger ‚Energetische Sanierung‘“, erklärt der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Flachglas (BF), Jochen Grönegräs. Leicht rückläufig entwickelten sich dabei die Mitarbeiterzahlen: Waren 2012 noch 28.091 Mitarbeiter in der Flachglasbranche beschäftigt, so ging dieser Wert 2013 auf 26.761 zurück. Das entspricht einem Rückgang von rund 4,7 Prozent. „Für 2014 rechnen wir mit einem weiteren leichten Minus von rund 0,5 Prozent“, so Grönegräs.

 

Die von den Unternehmen der Flachglasbranche hergestellten Produkte entwickelten sich etwas uneinheitlich. So legte der Absatz des Basisproduktes Floatglas, aus dem die anwendungsfertigen Glaserzeugnisse durch weitere Verarbeitungsschritte gefertigt werden, von rund 128,7 Millionen Quadratmetern in 2012 auf rund 132 Millionen Quadratmeter in 2013 zu. Das entspricht einer Steigerung von rund 2,6 Prozent. Für 2014 wird hier mit einer weiteren Steigerung auf rund 137,6 Millionen Quadratmeter gerechnet, ein ordentlicher Zuwachs von rund 4,3 Prozent. Der Umsatz von Floatglas legte von 584 Millionen Euro in 2012 auf rund 599 Millionen Euro in 2013 zu, synchron mit der Mengenentwicklung ebenfalls eine Steigerung von rund 2,6 Prozent. Bei Gussglas ging der Absatz von rund 9,6 Millionen Quadratmetern in 2012 um 1,2 Prozent auf rund 9,4 Millionen Quadratmeter in 2013 zurück. „Hier rechnen wir mit einer praktisch konstanten Mengenentwicklung in 2014“, erklärt Grönegräs. Das erwartete Plus liegt bei 0,5 Prozent. Der Umsatz lag bei rund 73 Millionen Euro (2012 zu 2013: Minus 0,7 Prozent).

 

Gute Aussichten bei beschichtetem Glas
Der Absatz von beschichtetem Glas, wie es in den heutigen hochwertigen Isoliergläsern zum Einsatz kommt, stieg von 39,5 Millionen Quadratmetern in 2012 auf rund 41,7 Millionen Quadratmeter in 2013. Das entspricht einem Wachstum von rund 5,4 Prozent. Für 2014 wird mit einer weiteren Steigerung von geschätzt 6,2 Prozent auf rund 44,2 Millionen Quadratmeter gerechnet. Die Produktion legte von 44,2 Millionen Quadratmetern in 2012 auf rund 46 Millionen Quadratmeter in 2013 zu, das ist ein Plus von rund 4,2 Prozent. Beim Umsatz konnte beschichtetes Glas von 274 Millionen Euro in 2012 auf rund 283 Millionen Euro in 2013 zulegen, eine Steigerung von rund 3,2 Prozent. „Grund für die positive Entwicklung bei beschichtetem Glas ist eindeutig der weiter steigende Anteil von 3-fach-Verglasungen im Fenster- und Fassadenbereich, der 2012 bei 54,5 Prozent und 2013 bei 57 Prozent lag“, stellt Grönegräs fest. Gut 8,4 Prozent des beschichteten Glases waren 2013 als Sonnenschutzglas ausgeführt – der Rest sind im Wesentlichen Beschichtungen, die die Wärmedämmung von Isolierglas verbessern helfen.

 

Sicherheitsglasarten entwickeln sich unterschiedlich
Stärkere Rückgänge musste im vergangenen Jahr der Bereich Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) verkraften. Hier sanken die Absätze von rund 18,2 Millionen Quadratmetern in 2012 um rund 6,4 Prozent auf ca. 17 Millionen Quadratmeter in 2013. „Das ist auf die Entwicklungen bei Fassadenanwendungen sowie auch noch auf den schwachen Solar-Markt zurückzuführen. Für 2014 erwarten wir allerdings auch hier eine leichte Erholung von gut 2,4 Prozent beziehungsweise eine Absatzsteigerung auf rund 17,4 Millionen Quadratmeter“, so Grönegräs. Die Produktion von ESG sank von rund 18,8 Millionen Quadratmetern in 2012 auf rund 16,1 Millionen Quadratmeter in 2013. Das entspricht einem Rückgang von 14,4 Prozent. Der Rückgang machte sich auch bei den Umsätzen bemerkbar: Sie sanken von rund 238 Millionen Euro in 2012 um 7,7 Prozent auf rund 220 Millionen Euro in 2013. Verbund-Sicherheitsglas (VSG) entwickelt sich dagegen durchgehend positiv. Der Absatz stieg von rund 24,6 Millionen Quadratmetern in 2012 um rund 6,2 Prozent auf rund 26,1 Millionen Quadratmeter in 2013. Die Prognose für 2014: Plus 4,2 Prozent auf rund 27,2 Millionen Quadratmeter. Die Produktion von VSG stieg um gut 1,6 Prozent von 27,3 Millionen Quadratmetern in 2012 auf rund 27,8 Millionen Quadratmeter in 2013 an. Der positiven Mengenentwicklung stehen leichte Rückgänge beim Umsatz gegenüber: Sie sinken von 358 Millionen Euro in 2012 auf rund 354 Millionen Euro in 2013, ein Rückgang von 1,2 Prozent. „Angeheizt wird die Entwicklung besonders beim VSG vom steigenden Bedarf an Einbruch- und Bruchsicherung in Fenster und Fassade“, erklärt Grönegräs. ESG werde in 2014 dagegen vom Türenabsatz sowie von einem steigenden Investitionsvolumen im Sanierungsmarkt profitieren, mit positiven Auswirkungen auf die Märkte zum Beispiel für Duschkabinen sowie den Trend zu Glasanwendungen im Innenausbau und in Möbeln inklusive Küchen.

 

Isolierglas wächst dank steigendem Fensterabsatz
Ebenfalls gut im Rennen liegt das Isolierglas. 2012 konnten 26,5 Millionen Quadratmeter abgesetzt werden, 2013 waren es rund 27,2 Millionen Quadratmeter – eine Steigerung von rund 2,6 Prozent. Für 2014 wird in diesem Bereich mit einer weiteren Zunahme von rund 3,9 Prozent auf rund 28,2 Millionen Quadratmeter gerechnet. Auf der Produktionsseite gab es eine leichte Steigerung von 0,6 Prozent von rund 30,1 Millionen Quadratmetern in 2012 auf rund 30,3 Millionen Quadratmeter im Jahr 2013. „Die ordentliche Entwicklung im Bereich Isolierglas läuft parallel mit dem steigenden Fensterabsatz 2014“, so der BF-Geschäftsführer. Mit einer in der Branche so genannten „Warmen Kante“, einem hochwertigen Randverbund zur Verbesserung der Wärmedämmung, waren 2013 rund 60,3 Prozent der verkauften Isoliergläser ausgerüstet.

 

Exporte gehen zurück, Importe uneinheitlich
Für die Bereiche Beschichtetes Glas, ESG, VSG und Isolierglas stellt sich die Import-/Export-Situation 2012 zu 2013 wie folgt dar: Während über die genannten Bereiche hinweg der Export teils deutlich sinkt, entwickelt sich der Glasimport etwas uneinheitlich. Der Export von beschichtetem Glas ging um 5,1 Prozent zurück, bei ESG schlagen minus 24,8 Prozent zu Buche, VSG wurde 13,5 Prozent weniger ausgeführt und bei Isolierglas sanken die Exporte von 2012 zu 2013 um rund 11,4 Prozent. Mehr importiert wurden beschichtetes Glas (+1,1 Prozent) und Isolierglas (+16,9 Prozent, allerdings bei geringem Volumen), weniger importiert wurden ESG (-6,6 Prozent) sowie VSG mit minus 0,7 Prozent. BF/DS

 

Die Branche in Kürze: Zum Bundesverband Flachglas (BF) gehören die Hersteller und Händler von Glasprodukten für Bauanwendungen. Aktuell sind das mehr als 100 Mitgliedsunternehmen mit über 200 Betriebsstätten. Sie repräsentieren mehr als 90 Prozent der deutschen Produktion. Die rund 26.761 Mitarbeiter produzierten im vergangenen Jahr Flachglasprodukte mit einem Wert von ca. 2,74 Milliarden Euro. Diese Werte addieren sich aus den Produkten der zum BF zählenden Floatglas- und Gussglas-Hersteller, der Glasbeschichter, der Unternehmen, die sich auf die Herstellung von Einscheibensicherheits- und Verbundsicherheitsglas spezialisiert haben sowie der Produzenten von Isolierglas. Ca. 50 Fördermitglieder aus dem Zulieferer-Bereich runden das Verbands-Portfolio ab.

Grafik: Ergebnisübersicht 2012-2013 mit Umsatz der Einzelbereiche sowie Prognose 2014. Quelle: B+L Marktdaten GmbH/BF

Mehr zum Thema Glas gibt es im Internet unter www.bundesverband-flachglas.de.

16. Juni 2014

[Downloads: Text, Grafik]

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